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    • Krankenversicherungsträger (und deren Verbände und Einrichtungen)
      • 28 - AOK Bundesverband

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        Name: 28 - AOK Bundesverband
        Laufzeit: 1916 - 2008
        Beschreibung: Die Vorgängerorganisation des AOK-Bundesverbandes, der Zentralverband (und spätere Hauptverband) der Ortskrankenkassen, wurde im Jahre 1894 gegründet und war der erste überregionale Zusammenschluss von Krankenkassen. Ziel des Verbandes war die gemeinsame Interessenvertretung gegenüber der Politik und den Vertragspartnern.

        Ab dem Jahre 1913 (Abschluss des Berliner Abkommens zwischen dem Zentralverband der Ortskrankenkassen, dem Reichsverband der Betriebskrankenkassen und dem Hartmannbund) regelten die Krankenkassenverbände und die Verbände der Ärzteschaft das das bis heute geltende Kollektivvertragssystem mit gemeinsamer Selbstverwaltung.

        Im Zuge der NS-Gleichschaltung wurde der Hauptverband der Ortskrankenkassen im Jahre 1933 mit dem Gesamtverband der Krankenkassen Deutschlands zum Reichsverband der Ortskrankenkassen e.V. mit Sitz in Berlin-Charlottenburg vereinigt. Kriegsbedingt wurde der Sitz Anfang 1944 in das Sanatorium „Wildbad in Rothenburg ob der Tauber verlegt. Nach Kriegsende wurden die Kassenverbände stillgelegt.

        In den Besatzungszonen formierten sich ab 1946 Ortskrankenkassenverbände, die sich 1948 zur Vereinigung der Ortskrankenkassenverbände e.V. mit Sitz in Frankfurt zusammenschlossen. Die Geschäftsstelle wurde im Jahr 1952 nach Bad Godesberg, Scharnhorststraße 2 verlegt. Im gleichen Jahr erhielten die Krankenkassenverbände per Gesetz den Status von Körperschaften des öffentlichen Rechts mit der damit verbundenen gesetzlichen Übertragung von Aufgaben der gemeinsamen Selbstverwaltung. Die Vereinigung der Ortskrankenkassenverbände e.V. nannte sich nun Bundesverband der Ortskrankenkassen.

        Dem Bundesverband der Ortskrankenkassen wurde auch die Treuhandverwaltung des stillgelegten Reichsverbandes der Ortskrankenkassen übertragen. Hierzu gehörten unter anderem auch die Unterbringung „verdrängter Beschäftigter von nicht mehr bestehenden Ortskrankenkassen aus ehemals deutschen Gebieten sowie die „Wiedergutmachung, d.h. Wiedereinstellung oder Regelung der Pensionsansprüche für ehemalige Beschäftigte, die in der NS-Zeit entlassen worden waren.

        Im Jahr 1970 verlegte der Bundesverband seinen Sitz in die Karl-Finkelnburg-Straße 50, Bonn-Bad Godesberg und 1980 in die Kortrijker Straße 1, ebenfalls in Bonn-Bad Godesberg. Das Wissenschaftliche Institut der Ortskrankenkassen (WidO) wurde im Jahre 1976 errichtet. Seit 1987 nennt sich Verband „AOK-Bundesverband.

        Im Jahre 2008 wurden den Krankenkassenverbänden die gesetzlichen Aufgaben entzogen und dem neu errichteten GKV-Spitzenverband übertragen. Der AOK-Bundesverband setzte seine Tätigkeit als gemeinsame Interessenvertretung der AOKen gegenüber der Politik und im GKV-Spitzenverband in Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts fort; der Verbandssitz ist seitdem Berlin, Rosenthaler Straße 31.

        Der Bestand wurde im Jahre 2018 vom AOK-Bundesverband an die sv:dok als Depositum übergeben. Der Bestand enthält Unterlagen der Treuhandverwaltung des ehemaligen Reichsverbandes (Personalangelegenheiten, Krankenversicherung in den vom Deutschen Reich besetzten Gebieten, Ansprüche von „Verdrängten und „Wiedergutmachungsfälle).

        Ein großer Teil des Bestandes besteht aus den Sitzungsunterlagen der Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenversicherung aus den Jahren 1998 bis 2008 (weitere Sitzungsunterlagen der Spitzenverbände der Krankenkassen aus den Jahren 1958 bis 1997 befinden sich im Bestand 4 KBS). Es wurden die Unterlagen des Arbeitskreises 1 (ehrenamtlichen Vorstände der Spitzenverbände), der über grundlegende Angelegenheiten der gesetzlichen Krankenversicherung beriet, des Arbeitskreises 2 (Geschäftsführer der Spitzenverbände) sowie des Beschlussgremiums nach § 213 SGB V, das für alle Angelegenheiten, die lt. Gesetz von den Spitzenverbänden der Krankenkassen "gemeinsam und einheitlich" zu entscheiden waren, zuständig war, archiviert. Hierzu gehörten grundlegende Angelegenheiten des Leistungsrechts und der Preissteuerung bei Arzneimitteln, die Aufnahme von Hilfsmitteln in das Hilfsmittelverzeichnis und Richtlinien über die Leistungsgewährung und Begutachtung.

        Der Bestand enthält zurzeit (2020) ca. 300 Verzeichnungseinheiten. Der Bestand kann auf Antrag eingesehen werden.

        Literatur Marc von Miquel: Ortskrankenkassen im Dritten Reich, in: Mitteilungsblatt des Instituts für soziale Bewegungen, Heft 38/ 2008, S. 61-74.
        Florian Tennstedt: Soziale. Selbstverwaltung. Geschichte der Selbstverwaltung in der Krankenversicherung. Band 2, Bonn 1977.
        Hans Töns, Hundert Jahre Krankenversicherung im Blick der Ortskrankenkassen, Bonn 1984.


        Umfang: 300 VE
        Rechtsstatus: Depositum
      • 7 - Bundesverband der Innungskrankenkassen
      • 8 - Brühler Ersatzkasse
      • 31 - Berliner Wohnungs-Enquête
    • Rentenversicherungsträger (und deren Verbände und Einrichtungen)
    • Unfallversicherungsträger (und deren Verbände und Einrichtungen)
    • Sonstige Institutionen
    • Sammlungen und Nachlässe
    • Fotos und Plakate, Karten und Medien