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    • Krankenversicherungsträger (und deren Verbände und Einrichtungen)
      • 16 - AOK Nordwest

        Vollansicht Inventory

        Name: 16 - AOK Nordwest
        Laufzeit: 01.01.1913-31.12.2020
        Beschreibung: 16 - AOK Nordwest

        Laufzeit: 1924 - 2020
        Umfang: 8.800 Verzeichnungseinheiten

        Geschichte des Registraturbildners:

        Bereits vor der Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahre 1884 bestanden in Deutschland Ortskrankenkassen. Das „Gesetz die gewerblichen Unterstützungskassen betreffend von 1854 ermächtigte die Gemeinden in Preußen, eine Pflichtversicherung und Krankenkassen für Gesellen, Gehilfen und Fabrikarbeiter einzuführen. Mit der Einführung der Gesetzlichen Krankenversicherung im Jahre 1884 wurden dann im gesamten Deutschen Reich Ortskrankenkassen gegründet. Die Ortskrankenkassen hatten die Möglichkeit, sich mit anderen Ortskrankenkassen innerhalb des Bezirks einer Aufsichtsbehörde zu einem Verband zusammenschließen. In Preußen erfolgte dies auf der Provinzialebene, so auch für die Provinz Westfalen mit dem „Landesverband der Ortskrankenkassen in Westfalen. Die in der RVO festgelegten Aufgaben der Verbände waren Abschlüsse gemeinsamer Verträge mit den Leistungserbringern (Ärzte, Apotheken und Krankenhäuser) sowie die Errichtung und der Betrieb gemeinsamer Heilstätten. Die Verbände der regionalen Ortskrankenkassen bildeten auf Reichsebene den „Centralverband der Ortskrankenkassen im Deutschen Reich, dem jedoch nicht alle Verbände angehörten.

        Im Jahre 1937 erhielten die Reichsverbände der Krankenkassen den Status öffentlich-rechtlicher Körperschaften und die Landesverbände wurden unselbständige Landesgeschäftsstellen der Reichsverbände - die „Landesgeschäftsstelle Westfalen-Lippe des Reichsverbandes der Ortskrankenkassen. Nach 1945 war die „Landesgeschäftsstelle der Allgemeinen Ortskrankenkassen Westfalen-Lippe wieder selbständig.

        Im Jahre 1955 erhielten die regionalen Krankenkassenverbände und damit der „Landesverband der Ortskrankenkassen Westfalen-Lippe den Status öffentlich-rechtlicher Körperschaften mit der zentralen Steuerungsfunktion der regionalen Versorgung durch den Abschluss von Verträgen mit den Leistungserbringern. Neben den gemeinsamen Vertragsverhandlungen dienten die regionalen Zusammenschlüsse der Krankenkassen der Beratung der Mitgliedskassen bei der Rechtsauslegung und -umsetzung, dem Meinungsaustausch sowie dem Betrieb gemeinsamer Einrichtungen.

        Infolge des Gesundheitsstrukturgesetzes von 1992 wurden die einzelnen Ortskrankenkassen in Nordrhein-Westfalen im Jahre 1994 zu zwei Großkassen zusammengeschlossen. Aus dem Zusammenschluss der Ortskrankenkassen in Westfalen Lippe und dem AOK-Landesverband Westfalen-Lippe entstand die AOK Westfalen-Lippe, die zugleich Landesverbandsfunktion hatte. Die AOK Westfalen-Lippe vereinigte sich zum 1. Oktober 2010 mit der AOK Schleswig-Holstein zur AOK NordWest mit Sitz in Dortmund.

        Bestandsbeschreibung:
        Die sv:dok hat 2011 im Rahmen eines Archivierungsprojekts von der AOK NordWest große Teile des Altaktenbestands der früheren AOK Westfalen-Lippe übernommen. Bei dem Aktenbestand handelte es sich um die Überlieferungen des AOK-Landesverbandes Westfalen-Lippe bzw. der Hauptverwaltung der AOK Westfalen-Lippe.
        Die übernommene Altregistratur stammt vor allem aus Zeit ab ca. 1930 bis Ende der 1950er Jahre. Die Akten informieren über die Verwaltung der Ortskrankenkassen in der NS-Zeit, Schließung und Vereinigung von Ortskrankenkassen, über die Wirtschaftlichkeit der Verordnung und enthalten Unterlagen zum Vertragsbereich. Teilweise sind auch Rundschreiben des Reichsverbandes der Ortskrankenkassen vorhanden.

        Die übernommenen Akten der Zentralregistratur umfassen neben dem Bereich Allgemeine Verwaltung als wesentliche Bereiche das Leistungsrecht, den Bereich Vertragswesen, Rechtsstreite sowie den Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Die Akten stammen aus der Zeit ab ca. 1970 mit Schwerpunkt in den 1980er und 1990er Jahren. Der umfangreiche Bereich Vertragswesen enthält Unterlagen zur Kassenärztlichen und Kassenzahnärztlichen Versorgung, zu Schlichtungsverfahren sowie zu Beziehungen mit sonstigen Leistungserbringern (Heilmittel). Außerdem sind Akten über wirtschaftliche Behandlungsweise, die Zulassungsordnung, zur Krankenhausbedarfsplanung und zu Pflegesatzverhandlungen überliefert. Der Bestand enthält eine umfangreiche Sammlung von internen Rundschreiben des AOK-Bundesverbandes sowie des AOK-Landesverbandes Westfalen Lippe ab. ca. 1950.
        Die Akten der Selbstverwaltung mit einer Laufzeit von ca. 1950 bis 2005 dokumentieren die wesentlichen Sitzungsniederschriften von Vertreterversammlung und Vorstand, enthalten außerdem die Beratungsunterlagen der Ausschüsse sowie Sitzungsniederschriften und Beratungsunterlagen des Widerspruchsausschusses.

        Der Bestand kann auf Antrag eingesehen werden.

        Literatur:
        Gerhilt Dietrich, Quellen- und Archivsituation in der gesetzlichen Krankenversicherung am Beispiel eines zentralen Bestandes der AOK in Westfalen-Lippe: Ein Werkstattbericht, in: Marc von Miquel, Marcus Stumpf (Hg.), Historische Überlieferung der Sozialversicherungsträger - Desiderate der Forschung und archivische Überlieferungsbildung, Münster 2012, S. 156-168.

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